Soziale Wirklichkeit

PhysikalischeSoziale

Die soziale Wirklichkeit ist Teilmenge der physikalischen Wirklichkeit und gleichzeitig ein Layer, der über dieser liegt.

Die soziale Wirklichkeit ist etwas Gemachtes und zwar durch alle, die an ihr teilhaben. Also durch uns. Während sich die physikalischen Gesetze und biologische Fakten nicht ändern lassen, ist unsere Gesellschaft und unsere Kultur sehr fluide.

Die Wissenssoziologen Peter L. Berger und Thomas Luckmann beschreiben die soziale Wirklichkeit als permanenten Konstruktionsprozess und viele Soziologen, Philosophen und Geisteswissenschaftler sind der selben Auffassung. Nach Berger&Luckmann ist die soziale Wirklichkeit, die Wirklichkeit, die wir mit allen Menschen teilen: Das Alltagsleben. Dieses wird aus Wissen erzeugt:

ExtInt

Individuen externalisieren ihr Wissen, wodurch die soziale Wirklichkeit entsteht. Gleichzeitig disseminiert sie das gespeicherte Wissen an alle Individuen zurück

Mit allen unseren Handlungen (Interaktionen)  verteilen wir Wissen (Externalisierung) oder eignen uns Wissen (Internalisierung) an. Über bestimmte Dinge teilen wir das selbe Wissen, sei es Arbeit, Beruf, Familie, Freundschaft und so weiter. In bestimmten Bereichen unterscheidet sich aber unser Wissen, an diesen Stellen verändert sich das Alltagsleben, die soziale Wirklichkeit unterteilt sich in unterschiedliche Teilwirklichkeiten: So gehört zum Leben von Gläubigen die Existenz Gottes. Für sie ist Gott absolut real. Diesen Teil der Realität werden Atheisten kaum teilen. Denn, um etwas real zu halten, muss Wissen darüber geschaffen und erhalten werden. Oder einfach gesagt: Wenn ich will, dass ein Gott existiert, muss ich die Handlungen ausführen, die zu Schöpfung seiner Existenz in meinem Alltag beitragen – am einfachsten ist das, wenn andere diese Praktiken teilen.

Um es an einem einfachen Beispiel verständlich zu machen: Ein Regal (soziale Wirklichkeit) wird erst dann zum Bücherregal (meine soziale Wirklichkeit), wenn Bücher (meine Handlungen) darin stehen. Steht nur ein Buch darin ist es ein Bücherregal mit geringer Buchdichte (wenige Handlungen). Stehen alle Fächer voll, dann ist es ein Bücherregal mit hoher Buchdichte (viele Handlungen). Allein der Inhalt (alle Dinge, die ich tue, getan habe und weiß) des Regals bestimmt sein Wesen (die Beschaffenheit meiner Wirklichkeit), befindet sich kein Buch in ihm handelt sich im engeren Sinne nur noch um ein Regal. Das ganze wird komplexer, wenn wir nicht nur Bücher ins Regal räumen und die Lebensgefährtin / der Lebensgefährte das Regal auch noch nutzt.

Stellen wir uns die Wirklichkeit als Sphäre vor, deren Volumen von unseren unterschiedlichen Handlungen bestimmt ist. Es ergeben sich unterschiedlich dichte Wirklichkeitsbereiche, je nachdem, welche Handlungen am kontinuierlichsten ausgeübt wurden. Die farbigen Flächen und ihre Deckkraft stünden dann für verschiedene Bereiche unseres Lebens, zum Beispiel Arbeit, Hobby, Familienleben und deren Wirklichkeitsgrad.

Stellen wir uns die Wirklichkeit als Sphäre vor, deren Volumen von unseren unterschiedlichen Handlungen bestimmt ist. Es ergeben sich unterschiedlich dichte Wirklichkeitsbereiche, je nachdem, welche Handlungen am kontinuier-lichsten ausgeübt wurden. Die farbigen Flächen und ihre Deckkraft stehen dann für verschiedene Bereiche unseres Lebens, zum Beispiel Arbeit, Hobby, Familienleben und deren Wirklichkeitsgrad.

Genauso werde ich mich nur dann als Maurer bezeichnen, wenn ich regelmäßig Mauern errichte, Mörtel mische, Steine zusammentrage, ich anderen davon erzähle und diese mir meine Handlungen bestätigen und es wiederum anderen erzählen. All diese Maurerhandlungen und alle Kommunikationen über mein Maurersein machen mich zum Maurer. Gehe ich in Rente, so werden andere Aktivitäten in den Vordergrund treten, meine Realität verändert sich. Da ich nicht alles gleich gut kann, nicht alles genau so häufig tue, setzt sich meine Wirklichkeit immer aus verschiedenen Wirklichkeitsbereichen zusammen, die unterschiedliche Dichten aufweisen.

Je häufiger also bestimmte Handlungen ausgeübt werden, desto dichter wird eine bestimmte Wirklichkeit. Das nennt man Kontinuität.